Die Wildauer Freiwillige Feuerwehr seit 1989


Zu DDR - Zeiten war die Feuerwehr dem Ministerium des Inneren unterstellt und in der Gemeinde das "Fünfte Rad am Wagen". Ein offenes Ohr für die Probleme hatte man im Rathaus nicht. An Problemen gab es viele und Gravierende, im Sommer war, zum Beispiel, das Öffentliche Wassernetz in der Waldsiedlung völlig trocken. Die Freiwillige Feuerwehr Wildau besaß kein Fahrzeug mit ausreichend Wasservorrat für solche Verhältnisse. Von 1969 bis 1988 war ein Löschfahrzeug LF16/S4000, der dann gegen ein LF8/8 - STA (Robur) ausgewechselt wurde.
 
An Einsätzen wurden bis 1989 ca. 5-7 pro Jahr gefahren, diese beschränkten sich auf Müllkippenbrände und auf Hilfeleistungen für die Berufsfeuerwehr in Königs Wusterhausen. Durch die damit verbundene Geringschätzung war die Motivation der Feuerwehrleute natürlich nicht sehr groß und nur die Kameradschaft hielt die Truppe zusammen. Mit der Wende änderte sich erst einmal alles. Jetzt war der Bürgermeister für die Feuerwehr verantwortlich und es kamen neue Aufgaben auf sie zu, das Retten und Bergen von Personen aus verunfallten Fahrzeugen und das Beseitigen von gefährlichen Stoffen nach Chemieunfällen. Glück hatte die Wildauer Feuerwehr mit ihrem Bürgermeister Gert Richter, der die Sachlage voll erfasste und zusammen mit dem Wehrführer, Olaf Zdrankowski, alles nötige veranlasste, und dies war nicht wenig: Noch 1991 wurde ein Hilfslöschfahrzeug angeschafft mit 1600 Liter Wassertank, Notstromaggregat, Lichtmast, Kettensägen und hydraulischem Rettungsgerät zur Personenrettung. Auch die Sicherheit der Feuerwehrkameraden kam nicht zu kurz, alle wurden mit neuer Schutzkleidung ausgerüstet. Für alle aktiven Kameraden begann eine Zeit des Lernens, unzählige Stunden ihrer Freizeit opferten sie, um sich am neuen Gerät ausbilden zu lassen. Dieses Lernen hörte seid dem nicht auf und so können wir auf den sehr guten Ausbildungsstand unserer Feuerwehr stolz sein. Leider hatten und haben die Kameraden der Wildauer Feuerwehr auch Gelegenheit genug ihr Können zu beweisen: Hatten sie im ganzen Jahr 1989 noch 7 Einsätze, waren es im Jahre 1991 schon 58 und seit Mitte der Neunziger Jahre hat sich diese Einsatzzahl auf 120 bis 140 jährlich eingepegelt.